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SpielRaum – Alex Acht (2017)

Alex Achts Roman SpielRaum beginnt im „Auenlande“ der Extrem-Gastronomie: Das Oktoberfest geht los, Ruth und die anderen Kellnerinnen sowie die Gäste kommen an, eingespielte Routinen werden neu aufgenommen. Ein paar Risse im Idyll tun sich auf. Eine Kollegin scheint verstorben, ein Gewalttäter ist unter den Stammgästen. Ian, ein Mann aus Ruths Vergangenheit ruft sich nachdrücklich…

Eine sehr kleine Frau – Peter Henisch (2007)

Scarlett O’Hara und Adolf Hitler. Es war einmal eine Frau, die in Wien 1938 so in den Roman „Vom Winde verweht“ vertieft war, dass sie den Anschluss an Nazi-Deutschland gar nicht bemerkte: „Es war Februar 1938. Vom Winde verweht hatte sie am Samstag, den 11., zu lesen begonnen. Bis zum folgenden Mittwoch hatte sie schon…

München – Robert Harris (2017)

Männerliteratur! „Mir gefällt es, wie er schreibt.“ Diesen Satz kann hören, wer sich in Buchhandlungen in der Nähe des Bücherstoßes mit Robert Harris‘ „München“ herumtreibt. Diesen Satz sagen Männer. „München“ handelt von vier Tagen im September 1938. Hitler hat bereits Österreich kassiert und den Einmarsch in die Tschechoslowakei angekündigt. Neville Chamberlain, der britische Premierminister, will…

Das Tiefland – Jhumpa Lahiri (2013)

Der Terror der linken Maoisten Indiens um 1970 ist in bei uns in Zentraleuropa praktisch unbekannt. Kein Wunder – hatten Deutschland und Italien in den 70er Jahren doch selber ein massives Problem mit der zunehmend gewaltbereiten außerparlamentarischen Opposition, es gab kein Internet und die europäische Illusion vom „friedliebenden Hippie & Gandhi Indien“ verstellte den Blick.…

Anna Kim – Die große Heimkehr (2017)

NIEMALS SOLLST DU versuchen, als Autor mit dem Zeigestab des Lehrers die Menschen zu belehren! Die Österreicherin Anna Kim hat es trotzdem gemacht, verkauft sich recht gut und liest sich — leider langweilig wie eine verstaubte Klischee-Schulstunde. Papierene Figuren erleben in der Rückschau eines alten Mannes im Korea und Japan zwischen 1945 und den 60er…

I Hate the Internet – Jarret Kobek (2016)

Das Silicon Valley, der Rassismus und das Internet. In lässigem Erklärton beschreibt Jarret Kobek zukünftigen unwissenden Generationen, wie die USA von heute gewesen und geworden sind.  „Yale war eine Universität. Universitäten waren Hochstapler-Institutionen, … die bessere Waffen für zukünftige Kriege entwickelten.“ Damit verzückte Jarret Kobek im Vorjahr die internationale Kulturkritik. Von den Anfängen der USA…

Die sterblich Verliebten – Javier Marías (2012)

Die Kunst, sich in den eigenen Sack zu lügen. Davon haben wir schon lange nicht mehr so schön gelesen wie bei Javier Marías. Die große Liebe: Sie ist absolut, wahr, einzigartig. So glauben wir. So wollen wir es glauben. Javier Marías, der kühle Madrilene, zerlegt diese Wahrheit vor unseren Augen und zeigt uns, wie sehr…

Sarajevo Marlboro – Miljenko Jergović (1994)

Das kurze Buch des Miljenko Jergović. Der Mann hat wucherndes, wildes Haar und schreibt wuchernde, 1000seitige Romane. Er hatte allerdings mal kurze Haare und trug auch den Bart kurz. Damals schrieb er kurze Texte über das Festhalten der Würde in würdelosen Zeiten und versammelte diese in einem spartanischen Erzählband. Miljenko Jergović verbrachte das erste Jahr…