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Oktoberfest: SpielRaum – Alex Acht (2017)

Biergarten, Oktoberfest, Sommerbuch, buch,Bierpreis, Bedienen auf der Wiesn: Ein Geschenk aus München zu Oktoberfest und Game Design

Oktoberfest - Das Spiel des Lebens. Krimi aus München.

Alex Achts Roman SpielRaum beginnt im „Auenlande“ der Extrem-Gastronomie: Das Oktoberfest geht los, Ruth und die anderen Kellnerinnen sowie die Gäste kommen an, eingespielte Routinen werden neu aufgenommen. Ein paar Risse im Idyll tun sich auf. Eine Kollegin scheint verstorben, ein Gewalttäter ist unter den Stammgästen. Ian, ein Mann aus Ruths Vergangenheit ruft sich nachdrücklich in Erinnerung. Where is your smile?

Oktoberfest: Idylle & Gewalt

Dann bringt eine Messerstecherei Dynamik in die Geschichte. Ein Kommissar, ein prosaischer Rollstuhlfahrer und die Klatschpresse versuchen, die Vorkommnisse zu analysieren. Auch zwei Game-Designer haben sich unter die Gäste gemischt. Mit ihrem klaren Blick auf die Welt geben sie überraschende Einsicht in harmlose Beobachtungen im Biergarten, aber auch in wuchtige, brutale Gewaltsituationen.

Dynamik & Selbstironie

Energisch und mit Selbstironie erweitern die Figuren in diesem unterhaltsamen Roman ihren jeweiligen Spielraum in der Liebe, am Arbeitsplatz, im Leben. Fürchterliches haben Bora und Sonja mitgemacht, doch das Karussell des Lebens dreht sich weiter.
Von all den Figuren sind es schließlich die Game-Designer („Die Opfer sind am unwichtigsten.“), die für den Kommissar die wesentliche Fährte aufspüren.

Der Autor bringt die Story nach 200 flotten Seiten zu einem unerwarteten Ende und entzückt unterwegs mit liebenswerten Nebenfiguren: Ein skandinavischer Sänger, der bosnische Sevdalinka singt, bevölkert den Roman ebenso wie ein chinesischer Kampfkünstler in der Großküche.

Literatur & Game-Design

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Ganz nebenbei stellt der Roman auch Überlegungen zur Attraktivität von Büchern und Computerspielen an. So heißt ausgerechnet einer der Game-Designer Rulfo nach Juan Rulfo, dem großen mexikanischen Schriftsteller.

Und dieser neue Rulfo wiederum zitiert aus Homers Ilias ausgerechnet jenen Satz („Jetzo will ich dir sagen, was du mich fragst.“), der das Erzählprinzip der „Mauerschau“ aufreißt, die in der Literatur beliebt, im Computer-Spiel streng verboten ist: Wer erzählt nun die besseren Geschichten? Der Roman-Autor oder der Game-Designer?

 

Alex Acht: SpielRaum

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